Was Artikel 4 KI-Verordnung von Unternehmen fordert
Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689, also der EU KI-Verordnung, lautet im Kern:
„Die Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, wobei ihre technischen Kenntnisse, ihre Erfahrung, ihre Aus- und Fortbildung und der Kontext, in dem die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, sowie die Personen oder Personengruppen, bei denen die KI-Systeme eingesetzt werden sollen, zu berücksichtigen sind. Diese Verpflichtung verpflichtet Anbieter oder Betreiber nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz zu garantieren.“
(Artikel 4 Absatz 1 in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744, ABl. L vom 24.7.2026, in Kraft seit 27. Juli 2026)
Neu ist außerdem Absatz 2: Kommission und Mitgliedstaaten sollen Unternehmen, insbesondere KMU, bei der Umsetzung unterstützen. Die Kommission veröffentlicht dazu praktische Beispiele auf ihrer zentralen Informationsplattform zur KI-Verordnung.
Gilt seit: 2. Februar 2025.
Auf einen Blick
- Pflicht: Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz aller Mitarbeitenden zu fördern, die KI-Systeme bedienen
- Gilt für: Betreiber (jedes Unternehmen, das KI-Tools beruflich einsetzt) und Anbieter
- Was „Kompetenz" bedeutet: Kritisches Verständnis von Funktionsweise, Risiken und Grenzen von KI
- Format Nachweis: Nicht vorgeschrieben; ein dokumentiertes Training ist ein üblicher Beleg
- Sanktionen bei Verstoß: Artikel 4 selbst ist in Artikel 99 nicht ausdrücklich als bußgeldbewehrt genannt; der allgemeine 15-Mio.-€-/3-%-Rahmen gilt nicht für Artikel 4. Auch das deutsche Durchführungsgesetz (KI-MIG, § 15) sieht für Artikel 4 kein Bußgeld vor. Andere EU-Staaten können nach Artikel 99 Absatz 1 eigene Sanktionen vorsehen.
- Umsetzung: KI-Training Live + Zertifikat bei KWAIX
Was „KI-Kompetenz" konkret heißt
Die KI-Verordnung definiert KI-Kompetenz in Artikel 3 Nr. 56 als die Fähigkeiten, Kenntnisse und das Verständnis, die es ermöglichen, KI-Systeme informiert einzusetzen sowie sich der Chancen und Risiken bewusst zu sein. Praxisnahes KI-Training für Mitarbeiter schafft genau diese Kompetenz für den sicheren Einsatz von KI im Unternehmen.
Grundverständnis KI
Wie funktionieren Large Language Models? Warum halluzinieren KI-Tools? Was kann man ihnen nicht anvertrauen?
Risikobewusstsein
Datenschutzrisiken beim Eingeben von Kundendaten, Qualitätsprüfung von KI-Outputs, Haftung bei KI-generierten Fehlern.
Verantwortungsvoller Einsatz
Kritische Prüfung von Ergebnissen, Kenntnis der Tool-Grenzen, korrekte Dokumentation bei regulierten Tätigkeiten.
Wer ist Betreiber im Sinne der KI-Verordnung?
Betreiber (Artikel 3 Nr. 4 KI-VO) ist jede juristische oder natürliche Person, die ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich verwendet. Das betrifft in der Praxis:
- Jedes Unternehmen, das ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini oder vergleichbare Tools im Arbeitsalltag nutzt
- Unternehmen, die KI-Komponenten in ERP-, CRM- oder HR-Systemen einsetzen
- Dienstleister, die KI-Tools im Kundenauftrag verwenden
Artikel 4 KI-VO in 4 Schritten umsetzen
1. Inventur
Welche KI-Tools werden von wem genutzt? Welche Mitarbeitenden sind als KI-Betreiber einzustufen?
2. Schulung
Praxisnahes Training mit Bezug zu den eingesetzten Tools, kein allgemeiner Tool-Überblick.
3. Dokumentation
Teilnahmenachweis für alle geschulten Mitarbeitenden. Wir stellen ihn nach jedem Training aus.
4. Aktualisierung
Auffrischung bei neuen Tools, neuen Mitarbeitenden oder bei Änderungen der regulatorischen Anforderungen.
Amtliche Quellen zu Artikel 4 KI-Verordnung
Der Wortlaut von Artikel 4 ist bindend. Die folgenden amtlichen Quellen sind für Unternehmen und Berater die maßgebliche Grundlage:
Amtliche Rechtsquellen:
- Verordnung (EU) 2024/1689 – Artikel 4 (EUR-Lex, offizieller Verordnungstext) — Erwägungsgrund 20 konkretisiert den Begriff der KI-Kompetenz
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus zur KI) – Neufassung von Artikel 4, Amtsblatt der EU vom 24.7.2026
- KI-Marktüberwachungs-und-Innovationsförderungs-Gesetz (KI-MIG), BGBl. 2026 I Nr. 223 – § 15 Bußgeldvorschriften
- Bundesnetzagentur: Hinweispapier KI-Kompetenzen nach Artikel 4 KI-Verordnung (Juni 2025) — Orientierung für Unternehmen zur Umsetzung in Deutschland
- EU-Kommission: Regulatory Framework for AI (digital-strategy.ec.europa.eu) — offizielle Auslegungshinweise der Kommission
FAQ: Artikel 4 EU KI-Verordnung
Was regelt Artikel 4 der EU KI-Verordnung? Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen zu ergreifen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern. Dabei sind die Kenntnisse, Erfahrungen und der Aufgabenbereich der jeweiligen Person zu berücksichtigen. Ein bestimmtes Kompetenzniveau einzelner Personen muss nicht gewährleistet werden.
Was bedeutet „KI-Kompetenz" nach Artikel 4? Die KI-Verordnung definiert KI-Kompetenz in Artikel 3 Nr. 56 als die Fähigkeiten, Kenntnisse und das Verständnis, die es ermöglichen, KI-Systeme informiert einzusetzen sowie sich der Chancen und Risiken von KI bewusst zu sein. Praktisch: Mitarbeitende sollten KI-Outputs kritisch beurteilen und Risiken einschätzen können.
Seit wann gilt Artikel 4 KI-Verordnung? Artikel 4 der EU KI-Verordnung ist seit dem 2. Februar 2025 verpflichtend anzuwenden.
Wer ist Betreiber im Sinne der KI-Verordnung? Betreiber ist laut Artikel 3 Nr. 4 KI-VO jede juristische oder natürliche Person, die ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich verwendet. Ein KMU und Mittelstand, das ChatGPT Business, Microsoft Copilot oder ein anderes KI-Tool im Arbeitsalltag einsetzt, ist Betreiber.
Welche Bußgelder drohen bei Verstößen? Für Verstöße gegen Betreiberpflichten gelten Bußgelder nach Artikel 99 KI-VO. Artikel 4 ist nicht im Bußgeldkatalog des Artikels 99 KI-VO genannt, und auch das deutsche Durchführungsgesetz (KI-MIG, § 15) sieht dafür kein Bußgeld vor; andere EU-Staaten können nach Artikel 99 Absatz 1 eigene Sanktionen vorsehen — praktisch relevanter ist meist das Haftungs- und Vertragsrisiko bei fehlendem Nachweis.
Wie setzt man Artikel 4 KI-VO in einem KMU um? In vier Schritten: Inventur (welche Tools von wem?), Schulung (praxisnahes Training), Dokumentation (Nachweis für alle Teilnehmenden), Aktualisierung (Auffrischung bei Änderungen). Die Entscheidung darüber liegt bei der Führungsebene: KI-Training für Führungskräfte behandelt genau diese Umsetzungsfragen. Details zum Nachweis: Zertifikat.