Die Frage, die viele KMU-Inhaber bewegt: “Was passiert eigentlich wirklich, wenn wir keinen Kompetenznachweis haben?” Keine Panik, aber auch keine falsche Beruhigung — hier sind die konkreten Szenarien.
Was die KI-Verordnung zu Bußgeldern sagt
Artikel 99 der Verordnung (EU) 2024/1689 sieht für Verstöße gegen bestimmte Betreiberpflichten Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes vor — je nachdem, welcher Wert höher ist.
Entscheidender Hinweis: Ob Artikel 4 (Kompetenzpflicht) selbst direkt bußgeldbewehrt ist, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt. Artikel 4 ist in Artikel 99 nicht explizit als Bußgeldtatbestand aufgeführt. Was das bedeutet: Flächendeckende Bußgelder speziell für fehlende Schulungen sind kurzfristig unwahrscheinlich.
Das eigentliche Risiko liegt woanders.
3 Szenarien, die für KMU real sind
Szenario 1: Ausschreibungen und Kundenanfragen
Öffentliche Auftraggeber, Großunternehmen und Konzerne fragen zunehmend in Ausschreibungen nach Nachweisen zur KI-Governance. Artikel-4-Konformität wird zur Eignungsvoraussetzung — nicht zur Kür. Wer keinen Nachweis vorlegen kann, scheidet aus, bevor der Preis eine Rolle spielt.
Szenario 2: KI-bedingter Fehler oder Datenpanne
Stellen Sie sich vor: Ein Mitarbeitender gibt vertrauliche Kundendaten in ChatGPT ein — ohne zu wissen, dass das intern nicht erlaubt ist. Es kommt zu einem Datenschutzvorfall. Die zuständige Aufsichtsbehörde prüft: Hat das Unternehmen seine Mitarbeitenden ausreichend geschult? Gibt es Dokumentation?
Fehlende Schulung gilt als Fahrlässigkeit. Das erhöht Haftungsrisiko und Bußgeldwahrscheinlichkeit — nicht aus Artikel 4, sondern aus DSGVO und allgemeinem Haftungsrecht.
Szenario 3: Audits und Zertifizierungen
ISO-27001-Audits, Lieferantenbewertungen und Branchenzertifizierungen beziehen KI-Governance zunehmend ein. Wer dokumentiert hat, dass seine Mitarbeitenden KI-kompetent sind, hat einen klaren Vorteil. Wer es nicht dokumentiert hat, muss das erklären.
Was der Kompetenznachweis konkret absichert
Der Nachweis belegt für jeden Teilnehmenden:
- Name, Funktion und Datum des Trainings
- Behandelte Themen (KI-Grundlagen, KI-VO, Prompting, Use Cases)
- Ausstellende Organisation und Trainer
Er ist vorzeigbar bei Audits, Ausschreibungen und behördlichen Prüfungen — und dokumentiert, dass Ihr Unternehmen seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist.
Fazit: Nicht Bußgeld, sondern Wettbewerbsfähigkeit
Die Frage “Droht uns ein Bußgeld?” ist verständlich, aber nicht die entscheidende. Die entscheidende Frage ist: Können wir noch an Ausschreibungen teilnehmen? Können wir bei einem KI-Fehler nachweisen, dass wir sorgfältig gehandelt haben?
Der Kompetenznachweis kostet mit KWAIX ab 2.400 € netto für bis zu 5 Personen, Break-even nach wenigen Wochen. Das Risiko, ihn nicht zu haben, lässt sich schwerer in Euro beziffern.